BUTOKUKAI GERMANY e.V. | Stephan Peitz Kyoshi
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Kama | Die Sichel |

Kama bedeutet kurzgriffige Sichel. Sie wird im ganzen südostasiatischen Raum als Bauerngerät zum Schneiden von Korn, Reis oder Zuckerrohr verwendet.

In vielen Ländern Südostasiens wurde die Kama zur Waffe umfunktioniert. Diese Systeme der Kama begründen sich auf bis zu 350 Jahre alten Kata und stammen aus Okinawa. Die okinawanische Kama hat eine scharfe gebogene Klinge, die rechtwinklig an einem Holzgriff befestigt ist. Sie ist 15-17 cm lang, hat ein spitzes Ende und ist sehr scharf. Sie war eine der wenigen Klingengeräte, die den okinawanischen Bauern nicht von den Satsuma weggenommen wurde, da man sie für die Ernte brauchte.  

Bereits früh erkannten die okinawanischen Bauern, dass die Kama auch eine sehr wirkungsvolle Waffe gegen die Satsuma sein konnte. So entwickelten sie schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts verschiedene Kampfsysteme und verschiedene Varianten der Kama.

Es gab Formen, bei denen man eine Kama an einem Ende des Rokushakubo befestigte (Rokushakukama), andere, bei denen zwei Kama durch eine Schnur oder Kette verbunden wurden (Nichokama), wieder andere, bei denen eine Kama an einem Seil oder einer Schnur befestigt wurde (Kama kusari), und Varianten, bei denen die Kama an ein kurzes Stück Schnur gebunden und am Handgelenk des Benutzers befestigt wurde. Mit all diesen Varianten wurden die Techniken des Tode (frühes Karate) verbunden, wodurch eine tödliche Kampfmethode entstand.

Die Kama konnte auch mit großer Genauigkeit geworfen werden. Daraus entstand die Gewohnheit, zwei Kama mit sich zu führen. Ein fähiger Kobudo-Experte konnte gleichzeitig zwei Kama in verschiedene Richtungen werfen. Wurde nur eine Kama geworfen und der Wurf verfehlte sein Ziel, stand noch immer eine Waffe zur Verfügung.

Auch konnte man beide gleichzeitig im Kampf einsetzen, z.B. eine zur Abwehr und die andere zum Kontern. Band man eine Kama ans Handgelenk, war man sicher, dass man sie nicht verlor, wenn sie von der Waffe des Gegners getroffen wurde. Wurde man von mehreren Gegnern angegriffen, konnte man eine Kama an der Schnur herumwirbeln lassen, während man mit der anderen wirkungsvolle Techniken ausführte. Die alten Kobudo Meister entwickelten wirkungsvolle und gefährliche Kama-Techniken gegen das Schwert, den Speer und andere weitreichende Waffen.

Diese hochentwickelten Kampftechniken fügten sie zu Kata zusammen, von denen einige über 350 Jahre alt sind, jedoch heute meist geheim gehalten werden und deshalb nur noch wenigen okinawanischen Meistern bekannt sind.

Da mit dieser Waffe bei der Übung oft Unfälle geschehen, ist sie die letzte der fünf "grundlegenden" Waffen (Bo, Sai, Nunchaku, Tonfa und Kama), die in den traditionellen okinawanischen Kampfkunstschulen gelehrt werden.

Kama Kata | Formen | Shorinji Ryu Kobudo

Hama Higa No Kama
Kanegawa No Kama